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rezensionen

„Dinge passieren, die man gar nicht will – Kollateralschäden so zusagen“

Dieses Zitat stammt aus der diesjährigen Aufführung unseres Literaturkurses. Nach den Ideen von Schillers „Die Räuber“ haben sich unsere Schülerinnen aus der Q1 mit Gesellschaftskritik auseinandergesetzt. Schon das Original aus dem Jahre 1782 erreichte über einen umgangssprachlichen Sprachgebrauch, der von starker Gesellschaftskritik geprägt war, seine Zuschauer.

Auch in dieses Stück floss viel Umgangssprache ein, dennoch wurde sich auch an Originalzitaten reichlich bedient. Dieses Wechselspiel der Sprache gepaart mit einer tüchtigen Prise Humor ermöglichte ein direktes Ansprechen des Publikums. Besonders die Rolle des Karls hat sich dieses Mittels bedient, was zu einer gelungenen Aufführung beitrug.

Das eher schlicht gehaltene Bühnenbild legte den Fokus stark auf das eigentliche Geschehen. Die sprunghafte Erzählung war somit erst schwer nachvollziehbar, dies wurde allerdings geschickt durch die beiden Erzählerinnen ausgeglichen. In ihrer Rolle schafften sie es, eine Brücke zum Publikum zu schlagen und dieses zum Nachdenken anzuregen. Da die Gesellschaftskritik im Vordergrund stand, wurde diese häufig aufgegriffen, dennoch gelang es den Schülerinnen keine Moralpredigt zu halten, sondern über den Ausdruck von Emotionen die Gesellschaftskritik zu einem persönlichen Problem werden zu lassen. Der Verweis auf den unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem persönlichen Leben und dem Leben in der Gemeinschaft wurde hervorragend umgesetzt.

Insgesamt haben die Aufführungen die Erwartungen an ein schulisches Theaterstück wesentlich übertroffen. Dies spiegelte sich auch in dem begeisterten Beifall der beiden Publika wider.

Emma Grotenburg

Rezension von „Die Räuber“ (Literaturkurs 2018/19)

Ein Theaterstück aufzuführen ist immer harte Arbeit und die Proben unseres diesjährigen Literaturkurses verliefen zunächst alles andere als glatt. Ganze Szenen wurden gestrichen und umgeändert, Rollen neu besetzt und zwischenzeitlich stand das gesamte Stück auf der Kippe. Aber wir haben uns zusammengerissen und letztendlich zählt schließlich nur die Aufführung.

Wir haben „Die Räuber“ – eine modernisierte Fassung des Originals von Friedrich Schiller – gleich zweimal aufgeführt und beide Male waren ein Erfolg, wobei die Aufführung am Montag vermutlich noch einen Tick besser war. Licht und Tontechnik liefen reibungslos ab und konnten das Publikum, welches zahlreich erschienen war, vor allem bei den einstudierten Rap- und Tanzeinlagen begeistern. Während die Szenen der namensgebenden Räuber für viele Lacher sorgten, überzeugten auch die ernsteren und düstereren Szenen, die für so manchen Gänsehaut-Moment sorgten. Dies wurde besonders durch die schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller erreicht, welche durchweg überzeugen konnten. Bei der zweiten Aufführung am Dienstag kam es zu einigen Patzern, was jedoch den Eindruck des Stücks nicht störte und durch das Engagement der Darsteller schnell wieder ausgeglichen wurde.

Hinterher hörte man oft die Aussage, dass das Ganze ja doch deutlich besser gewesen sei als man es von einer Schultheateraufführung erwartet habe, und das ist doch eigentlich das schönste Kompliment.

Lioba Teßmann, Q1

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 22. Juni 2019 um 12:01 Uhr